Die Dorfkirche zu Groß Schulzendorf

Foto: Christopher Lorenz

Die Dorfkirche von Groß Schulzendorf hat eine lange, wechselvolle Geschichte hinter sich. Der Ort wird 1346 erstmals urkundlich als Schultendorf erwähnt. Ob zu diesem Zeitpunkt schon eine Kirche bestand, ist denkbar. Jedenfalls birgt die Kirche zwischen Turm und Kirchenschiff eine sehr alte Mauer aus unbehauenen Feldsteinen. Ursprünglich ist sie wohl als kleine, einschiffige Dorfkirche ohne Turm gebaut. 1744 ist dann der Kirchturm angebaut worden. Der Kirchturm beherbergt drei Stahlgussglocken von 1927. Diese Glocken sind als Ersatz für die im ersten Weltkrieg eingeschmolzenen Bronzeglocken angeschafft worden. Sie besitzen eine verbindende Umschrift: "Ehre sei Gott in der Höhe" (große Glocke) - "und Friede auf Erden" (mittlere Glocke) und "den Menschen ein Wohlgefallen" (kleine Glocke). Diese Worte aus dem Lukasevangelium gehören zur Weihnachtsgeschichte und werden auch heute noch in jedem Gottesdienst als Gotteslob gesungen. 1896 wurde die Kirche durch ein Querschiff erweitert und nach Osten hin verlängert. So entstand eine für unsere Gegend eher ungewöhnliche Kirchenform: Eine Kirche mit Vierung, die als Grundriss ein Kreuz hat.
Der Innenraum wurde der neuen Situation angepasst: eine umlaufende Empore bis in die Querschiffe hinein bot viel Raum für eine große Gemeinde. Darüber hinaus war der gesamte Raum mit Gedenktafeln und Kränzen als Erinnerung an die Kriege des neunzehnten und später des zwanzigsten Jahrhunderts geschmückt.
In den Jahren 1960 bis 1967 wurde das Kircheninnere abermals vollständig umgebaut. Die Emporen wurden bis auf den hinteren (West-) Teil zurückgebaut und die Gedenktafeln wurden herausgenommen. Kanzel, Altar und Altarkreuz sind schlicht gestaltet. Das wichtigste Schmuckelement sind die Kirchenfenster. Das linke Fenster stellt die Speisung der Fünftausend, auch das Brotwunder genannt, aus dem Lukasevangelium 9,12-14 dar. Das rechte Fenster zeigt die Hochzeit von Kana, auch das Weinwunder genannt, aus dem Johannesevangelium 2,1-11. Das Rundfenster über den beiden Fenstern bildet den krönenden Abschluss und stellt Jesus Christus als das auferstandene Osterlamm dar (Johannesevangelium 1,29). 2003 wurde der Innenraum saniert und 2004 hat die Kirchengemeinde eine gebrauchte Jehmlich-Orgel aus Dresden angeschafft. 2007 wurde der Kirchturm saniert.
Gemeindeveranstaltungen und Gottesdienste im Winter finden im Gemeinderaum unter der Empore statt.

Reminiszere 2009

Pfarrer B. Petzold.