Groß Schulzendorf

Wissensertes

Überblick

Früher eigenständige Gemeinde, gehören wir seit dem 26. Oktober 2003 zu Ludwigsfelde, einer Mittelstadt im Brandenburger Landkreis Teltow-Fläming, zu der noch 10 weitere Ortsteile gehören.

Unser Dorf liegt 8 km südöstlich der Kernstadt Ludwigsfelde und etwa 30 km südlich von Berlin am Berliner Ring. Ende 2023 zählten wir ganze 595 Einwohner.

Rund um die Dorfaue sind viele der alten Drei- und Vierseithöfe erhalten, auf der Dorfaue selbst steht die alte Kirche, die Friedenseiche, das Kriegerdenkmal und 1900 erbaute Schulhaus, das heute als Dorfgemeinschaftshaus fungiert. Südlich am Wald befindet sich das alte Jagdschloss der Familie Wertheim, das eine wechselvolle Geschichte hinter sich hat und heute die „Schule am Wald“ beherbergt.

Ein Blick in die Geschichte

Groß Schulzendorf wurde gesichert 1430 im „Historischen Ortslexikons für Brandenburg, Teil IV, Teltow“ als „Schultendorf“ später dann „Scholtendorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Später gehörte es als „Schulzendorf“ zum Amt Zossen. Nach der Zusammenlegung der Ämter Zossen und Trebbin 1816 zum Landkreis Teltow wurde der Ort zur Unterscheidung zu anderen Orten gleichen Namens im Kreis „Schulzendorf an der Wiese“ und später „Groß Schulzendorf“ genannt.
Erste Erwähnung

In mehreren Quellen wird die erste schriftliche Erwähnung von Groß Schulzendorf auf das Jahr 1346 datiert. Im Historischen Ortslexikon für Brandenburg, Teil IV: Teltow (1976), S. 270 - 271 wird unter Punkt 4 die Bistumsmatrikel nach der älteren Edition von Otto Posse von 1881 zitiert, der die zeitweise verschollene Originalhandschrift nicht kannte und die Matrikel fälschlich auf 1346 datierte. Sicher liegen der Matrikel von 1495 ältere Versionen zugrunde. Ein sicheres Datum für eine schriftliche Erwähnung von Groß Schulzendorf vor 1495 lässt sich daraus aber nicht entnehmen. Sicher datiert ist der zweite Beleg im Historischen Ortslexikon von 1430. Die entsprechende Urkunde vom 8. September 1430 über die Stiftung von zwei Altären in der Pfarrkirche von Zossen ist im Codex Diplomaticus Brandenburgensis, 1. Hauptteil, Bd. 24, Berlin 1863, S. 419 - 421, nach einer neuzeitlichen Abschrift ediert. Die erste gesicherte schriftliche Erwähnung von Groß Schulzendorf datiert somit auf den 8. September 1430.

Einwohner

Die Landgemeinde hatte um 1800 etwa 150, um 1910 knapp 600 Einwohner. Ende 2023 waren es dann 595 Einwohner.

Im Rahmen der brandenburgischen Kommunalwahl am 26. Oktober 2003 wurde die Gemeinde Groß Schulzendorf als elfter Ortsteil damals mit etwa 530 Einwohnern in die Stadt Ludwigsfelde eingemeindet. Auf Grund eines Neubaugebietes erhöhte sich die Einwohnerzahl weiter.

Die Dorfkirche

Auf der Dorfaue steht unsere Dorfkirche. Sie wurde im Mittelalter um 1300 ursprünglich von Flamen als rechteckiger Kirchenbau errichtet, als diese unter dem Geleit der Askanier das damals slawische Land besiedelten. 1896 wurde auf den alten Fundamenten eine Kreuzanlage errichtet. Der Turmanbau stammt aus dem 18. Jahrhundert, die vom Glockengießer Heintze gefertigte Glocke trägt die Jahreszahl 1773, die Wetterfahne 1744. 2008 wurde schließlich die Restaurierung des hölzernen Glockenturms abgeschlossen.

Lage & Natur

Groß Schulzendorf gehört geologisch zur eiszeitlichen Hochfläche des Teltow und liegt auf einer Höhe von etwa 44 m auf Grundmoränensediment nahe dem Rangsdorfer See.

Das Dorf und seine Umgebung bieten eine gute, brandenburger Mischung aus ländlicher Ruhe und abwechslungsreichen Freizeitaktivitäten. Mehr Ausflugsziele findet ihr hier.
Wanderweg

2007 entstand der Groß Schulzendorfer Rundweg in Zusammenarbeit mit dem Nachbarort Glienick. Der Rundweg ergänzt den in Glienick beginnenden Weinberg Rundweg und führt durch den märkischen Kiefernwald, an Wiesen und Feldern vorbei. Man kann die artenreiche Tier- und Pflanzenwelt erleben. Der Start dieser Wanderung über gut sechs Kilometer erfolgt in der Nähe der Dorfkirche - eine Wanderkarte ist an der Feuerwehr am Dorfanger zu finden.


Rangsdorfer See

Der Rangsdorfer See ist ein beliebtes Ziel für Wassersportler und Naturliebhaber. Die weitläufigen Uferlandschaften bieten perfekte Bedingungen für Spaziergänge und Vogelbeobachtungen. Es gibt ein Strandbad, während die südliche bis westliche Fläche des Sees Teil des Naturschutzgebiets Rangsdorfer See ist. Jedes Jahr im Frühling und im Herbst machen hier rund 40.000 Zugvögel Rast (u.a.Wildgänse und Kraniche).

Weinberg

Südöstlich von Groß Schulzendorf befindet sich der Weinberg mit einer Höhe von 84 Metern, der bei klarer Sicht eine traumhafte Aussicht bietet, u. a. nach Berlin, wo man bis zum Fernsehturm sehen kann. Auf dem „Gipfel“ gibt es einen Rastplatz mit Tisch und Bänken, eine weitere Bank mit Aussicht über die märkische Natur. Der Weinberg wurde vom 15. Jahrhundert bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts tatsächlich für den Weinanbau genutzt.


Fläming

Der Fläming ist eine sanfte Hochfläche, die sich durch ihre weitläufigen Felder, dichten Wälder und malerischen Hügel auszeichnet. Diese abwechslungsreiche, brandenburgische Landschaft bietet ideale Bedingungen für Outdoor-Aktivitäten. Die zahlreichen Wanderwege und Aussichtspunkte ermöglichen es Besuchern vor allem, die Schönheit der Natur zu genießen.

„Unser Stein“ - Im Herzen des Dorfes

Steine begleiten die Menschheit durch ihre Geschichte. Sie sind schwer, widerstandsfähig, bedeutsam und überdauern viele Generationen.

Der Stein des Sysiphus, des korinthischen Königssohnes, den er sein Leben lang zu rollen hatte, eine Strafe; uns heute ein Sinnbild der unbezwingbaren Herausforderungen. Der biblisch menschliche Stein steht für die Basis, auf den das Reich Gottes auf Erden aufgebaut wurde. Der Grundstein eines Gebäudes muss gestaltet sein, um das Gebäude über sich zu tragen und korrespondiert in der Architektur mit dem Schlussstein, der den Druck erzeugt, die darunter liegenden Mauerteile vor dem Einsturz zu bewahren. Der Eckstein steht unter dem besonders wachsamen Auge des Baumeisters, denn er bestimmt Halt und Ausrichtung der an ihn grenzenden Mauern. Nahezu überirdisch sind Steine wie „Stonehenge“, „Steinscharnier“ zwischen der menschlichen Welt und dem Göttlichen.

2002 in unsere Mitte gerollt

„Unser Stein“ schmückt das Zentrum des Dorfes und prangt auf dem Anger. Die Bürger Groß Schulzendorfs haben „Unseren Stein“ 2002 gefunden, seine Symbolkraft für das Dorf gespürt und ihn unsere Mitte gerollt.

„Unser Stein“ erinnert uns daran, unsere Herausforderungen anzupacken, die Grundlagen unserer Kultur nicht zu vergessen, die notwendige Vielfalt für den Bestand unseres Gebäudes zu schätzen und seine Symbolik, die über das täglich Menschliche hinausgeht, zu erkennen.

„Unser Stein“ erinnert uns daran, dass bei aller Kraft und Funktion eines Steines, der Mensch ihn nutzbar machen muss. „Unser Stein“ ist immer zugegen, wenn wir unsere Dorffeste gestalten, unsere Dorfgemeinschaft pflegen und unser Dorfleben lieben. „Unser Stein“ zieht uns alle an, in seiner Umgebung „Dorf“ zu sein.

Im Herzen unseres Dorfes ist „Unser Stein“.

Ort des Erinnerns

Foto: aus der Zeit 1961-1972
©Heimatverein "Alter Krug" Zossen e.V. / Günter Scheike / https://global.museum-digital.org

Kriegerdenkmal

Auf der Dorfaue von Groß Schulzendorf steht das Kriegerdenkmal, ein Ort des Erinnerns an die Dorfbewohner, die in den Weltkriegen ihr Leben verloren. Errichtet zum Gedenken an die  jungen Männer, die im Ersten Weltkrieg für ihre Heimat fielen, trägt es die Inschrift:

"Zum ehrenden Andenken der 23 tapferen Streiter, die ihr junges Leben im Weltkriege für die Heimat gaben. Gemeinde Gr. Schulzendorf."

Später wurde das Denkmal erweitert, um auch der Opfer des Zweiten Weltkriegs aus der Gemeinde zu gedenken:

"Zum Gedenken an die Opfer des 2. Weltkrieges aus der Gemeinde Gr.-Schulzendorf."

Ein eingemeißelter Spruch mahnt zur Erinnerung und zum Weiterleben im Geiste der Verstorbenen:

"Ruht Ihr auch fern von Euern Lieben, die Ihr für uns im Kampf geblieben. Dem Herzen seid Ihr immer nah´. Lehrt uns, wie Ihr, andre streben, in großen Taten weiterleben, und Euer Geist ist immer da."

Im Laufe der Zeit wurde das Denkmal restauriert, um es für kommende Generationen zu erhalten. Es bleibt ein stiller Zeuge der Geschichte, ein Mahnmal gegen das Vergessen und ein Ort der Besinnung für die Dorfgemeinschaft.

Damals war's

Jagdschloss der Familie Wertheim

Von 1911 bis 1939 besaß die Familie des jüdischen Kaufhauskonzerns Wertheim das Jagdschloss Heidehof, das sie bei ihrer Ausreise aus Deutschland ohne Entschädigung aufgeben mussten. Danach wechselte die Nutzung häufig. Von 1939 bis zum Ende der Zeit des Nationalsozialismus bestand hier die Reichsführerschule des Deutschen Roten Kreuzes. Nach der Rückübertragung an die Wertheim-Erben 1996 kaufte der Landkreis Teltow-Fläming das Gebäude und richtete dort die Förderschule für geistig behinderte Kinder, die „Schule am Wald“ ein.

Walter Schulze-Mittendorf

Der Künstler und Kostümbildner Walter Schulze-Mittendorf » hatte während der Zeit des Zweiten Weltkrieges sein Atelier in Groß Schulzendorf.

1920 stieß er zum Film und schuf Kostüme, wie den futuristischen Maschinenmenschen in ‚Metropolis‘ » von Fritz Lang und Masken und Plastiken für bekannte Produktionen wie ‚Das Testament des Dr. Mabuse‘ », ‚Die Feuerzangenbowle' » und viele Filme mehr.

Mit dem Mauerbau endete seine filmische Karriere abrupt, da er für die DEFA arbeitete aber in West-Berlin lebte.

Foto: aus der Zeit 1961-1972
©Heimatverein "Alter Krug" Zossen e.V. / Günter Scheike / https://global.museum-digital.org

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